Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie

Ausstellung und Auslobung eines neuen Preises zu Ehren des 100. Geburtstags der Künstlerin

Mejchar.jpgElfriede Mejchar mit Linhof-Kamera und Stativ im Bundesdenkmalamt, Ende 1970er-Jahre © Bundesdenkmalamt, Fotoarchiv-Wien, Foto: Inge Kirchhof

Elfriede Mejchar (1924-2020) zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der österreichischen Fotografie. Zur Erinnerung an ihr außergewöhnliches fotografisches Schaffen hat die Erbengemeinschaft – Susanne Gamauf, Charlotte Gohs, Fritz Simak, Katalin und Robert Zahornicky – den Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie ins Leben gerufen. Die Auszeichnung will Kunst und Kultur und insbesondere die Fotografie fördern und durch die Auseinandersetzung mit der fotografischen Arbeit von Mejchar ihr Werk lebendig halten. Mit dem Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie sollen im Geiste der Künstlerin alle jene Fotograf:innen ermutigt und gewürdigt werden, die das medienspezifisch Eigentliche der Fotografie ins Zentrum ihrer fotografischen Arbeit stellen. Der Preis ist mit € 7.000 dotiert und mit einer Ausstellung der Preisträger:in im Schloss Wolkersdorf im Weinviertel verbunden. Einreichungen sind von 1. bis 25. Oktober 2023 möglich.

Preisverleihung und Retrospektive in der Landesgalerie Niederösterreich
Der Elfriede-Mejchar-Preis wird im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Erstmals wird die Auszeichnung im Frühling 2024 in der Landesgalerie Niederösterreich verliehen. Das Museum widmet der 2020 verstorbenen Künstlerin anlässlich ihres 100. Geburtstags eine Retrospektive mit Arbeiten aus dem umfangreichen Bestand der Landessammlungen Niederösterreich. Seit 2013 verfügt die Kunstsammlung über das Gesamtwerk Mejchars, das die Künstlerin dem Land Niederösterreich als Schenkung überantwortete. Die Ausstellung erfolgt in Kooperation mit dem Wien Museum MUSA und dem Museum der Moderne Salzburg. Die beiden Partnermuseen beleuchten Mejchars Werk im Jubiläumsjahr ebenso mit abgestimmten Schwerpunktsetzungen.

Mejchar: Ich bin keine Künstlerin, ich bin Fotografin.
Elfriede Mejchar, 1924 in Wien geboren und in Niederösterreich aufgewachsen, war fast vierzig Jahre im Dienst des österreichischen Bundesdenkmalamtes tätig. Ihre Aufgabe lag in der fotografischen Dokumentation von Baudenkmälern und Kunstwerken. In ihren schlichten Schwarz-Weiß-Fotografien erzeugte sie nur durch Licht eine Plastizität und Lebendigkeit, die die Schönheit der Form von Gegenständen und Gebäuden perfekt zur Geltung bringt. Unaufgeregt und unspektakulär hielt Mejchar fest, was sie sah – und erweckte eine Empathie für das ganz Gewöhnliche. Eingriffe blieben stets minimal. Sie inszenierte keine Bilder, sie arrangierte, was sie vorfand.

Neben dem reichen Fundus an Fotografien, die dem Anspruch und der Ästhetik des Dokumentarischen folgen, umfasst Mejchars Œuvre auch eine Vielzahl von reinen Atelierarbeiten, deren Motivik von Pflanzenstudien über skurrile Stillleben bis hin zu Collagen und Experimenten mit Sandwichtechnik reicht.

Späte öffentliche Anerkennung
Mejchar erfuhr erst im hohen Alter die gebührende öffentliche Anerkennung. 2002 erhielt sie den Würdigungspreis für künstlerische Fotografie des Bundeskanzleramtes, 2004 den Würdigungspreis für künstlerische Fotografie des Landes Niederösterreich sowie den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst.

Infos zum Elfriede-Mejchar-Preis für Fotografie

Video von Kultur Niederösterreich. In Memoriam Elfriede Majchar

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