Franz
Hauer

Selfmademan und
Kunstsammler
der Gegenwart

bis 16. 02. 2020

Franz Hauer war der wohl spektakulärste Selfmademan unter den europäischen Kunstsammlern. Dem Briefträgersohn aus Weißenkirchen und Hausknecht im Kremser Hotel „Zur Rose“ gelang der Aufstieg zum „Kunstenthusiasten originellster Art“ (Carl Moll) mit nur einer einzigen Gastwirtschaft. Das „Griechenbeisl“ in Wien war um 1900 ein europäischer Hotspot ersten Ranges, die Gästeliste des Szenelokals reichte von Karl May bis Mark Twain. Hauer wurde ohne familiären Background zum leidenschaftlichen Fan zeitgenössischer Kunst. Er war der wichtigste Sammler von Albin Egger-Lienz, besaß aber auch umfassende Werkblöcke von Egon Schiele und Oskar Kokoschka. 1914 starb er im Alter von nur 48 Jahren, die legendäre Sammlung wurde zum großen Teil verkauft und befindet sich heute in zahlreichen wichtigen Museen und Privatsammlungen Europas und der USA. Der Ausstellung gelingt es, einen Querschnitt der legendären Sammlung, die einst über 1.000 Werke gezählt haben dürfte, in Krems zu vereinen.

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Abbildungen:

  • Georgianna Sayles Aldrich Fund and Museum Works of Art Fund, Museum of Art, Rhode Island School of Design, Providence © Museum of Art, Rhode Island School of Design / Fondation Oskar Kokoschka / Bildrecht, Wien / Vienna, 2019, Foto / photo: Erik Gould
  • Landesmuseum für Kärnten © Landesmuseum für Kärnten
  • Landessammlungen Niederösterreich © Landessammlungen NÖ
  • 03 | Oskar Kokoschka, Portrait Franz Hauer, ca. 1914

  • 01 | Albin Egger-Lienz, Totentanz, 3. Fassung, 1914

  • Vom Hausknecht
    zum wohl
    spektakulärsten
    Kunstsammler
    seiner Zeit

Renate
Bertlmann

Hier ruht meine Zärtlichkeit

bis 29. 09. 2019

Das Schaffen von Renate Bertlmann reflektiert seit mehr als 50 Jahren die Eckpfeiler unseres kulturellen Lebens, wobei der Reichtum an Perspektiven, aber auch an Kunstgattungen, Themen und Inhalten das gesamte Dasein erfasst. Dass damit eine weitreichende Kritik verbunden ist, versteht sich von selbst. Die Künstlerin sieht ihre Standortbestimmung als Liebende. „Amo ergo sum“ (Ich liebe, also bin ich) ist Ausgangspunkt und Umriss ihres künstlerischen Schaffens, wobei sich Liebe im Sinne der Künstlerin als ganzheitliche Sinneserfahrung darstellt. Die Themen erstrecken sich von Geschlechterrollen bis zur Religion und zu den Ritualen, die den Tod des Menschen rahmen. Die Künstlerin schlüpft dabei vielfach in die unterschiedlichsten Rollen und nimmt Verwandlungen vor. Die Ausstellung findet als ihre erste Museums-Einzelausstellung – gleichzeitig mit der Solo-Show im Rahmen der Biennale di Venezia – statt. Das Projekt wurde von Renate Bertlmann selbst kuratiert und zeigt neben neuen Arbeiten zentrale Werke ihres Schaffens seit den 1970er-Jahren.

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Abbildungen:

  • © Kunstmeile Krems Foto: Claudia Rohrauer
  • Landessammlungen Niederösterreich © Landessammlungen NÖ
  • © Renate Bertlmann / Bildrecht, Wien, 2019
  • 01 | Renate Bertlmann, Perlenbraut, 1976/1983/2019

  • 02 | Renate Bertlmann, Renée ou René: Onanie , Serie, 1977

  • Dass damit eine
    weitreichende Kritik
    verbunden ist,
    versteht sich
    von selbst

  • 03 | Renate Bertlmann, El –Ella, 1986

Ich bin alles
zugleich

Selbstdarstellung von Schiele bis heute

bis 16. 08. 2020

Die Frage nach unserer Identität ist in ihrer Bedeutung kaum zu überschätzen. Das Thema ist ein Leben lang aktuell und bleibt immer spannend. Der Drang zur Selbstdarstellung ist ein zentraler Trieb unserer Kultur und die Möglichkeiten dafür waren noch nie so ausgeprägt wie heute. Voraussetzung der zeitgenössischen Sicht auf die eigene Person sind bahnbrechende Erkenntnisse der Moderne und Egon Schiele hat diesen Schritt am konsequentesten vollzogen. Sein Statement „Ich bin alles zugleich“ bildet eine völlig neue Basis für die Selbstdarstellung, der Blick hinter die Fassade des Menschen wird zur zentralen Botschaft und bestimmt die moderne und zeitgenössische Kunst nachhaltig.

Wenn wir nicht das sind, wonach wir aussehen, was macht uns dann aus? Die Kunst ist in der Ergründung der Identität vorangegangen. Die Erkenntnisse der Künstler/innen sind stärker, aussagekräftiger und nachhaltiger als jene der Ärzte/innen, Psycholog/innen und Philosoph/innen, die den Weg der Selbstfindung begleitet haben. Die Ausstellung legt das in sechs Kapiteln dar.

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Abbildungen:

  • Ernst Ploil © Ernst Ploil, Wien
  • Landessammlungen Niederösterreich © Sammlung Österreichische Nationalbank / Bildrecht, Wien, 2018
  • Landessammlungen NÖ, Foto: Irene Andessner / Bildrecht, Wien, 2019
  • 02 | Erwin Wurm, Ich und Über-ich, 2008

  • Der thematische
    Parcours nimmt in
    revolutionären
    Selbstsicht
    Egon Schieles
    seinen Ausgang

  • 03 | Irene Andessner, I.M. Dietrich, 2001

Sehnsuchts
Räume

Berührte Natur und besetzte Landschaften

bis 19. 04. 2020

Die niederösterreichische Kulturlandschaft bietet seit dem 19. Jahrhundert Erholungssuchenden – darunter auch vielen Künstler/innen (wie etwa Egon Schiele) – Ruhe und Inspiration. Von diesem Sehnsuchtsraum ausgehend entsteht ein vielfältiger Ausstellungsparcours, der von der Wachau bis nach Triest reicht und Kunstwerke des Stimmungsimpressionismus und der klassischen Moderne mit Werken der Gegenwart in Dialog setzt. Die Ausstellung wirft die Frage auf, inwieweit der Blick auf den Kulturraum auch heute noch von einer romantischen Sicht geprägt ist, und welche Strategien wir Menschen anwenden, um die Natur zu „unserer“ Landschaft werden zu lassen. Dabei wird auch ein kritischer Blick auf eine besetzte, benutzerfreundlich gemachte Natur geworfen, die Idylle suggeriert, sich aber bei genauerem Hinsehen als menschliches Konstrukt entlarvt. Kunstwerke, die niederösterreichische Sehnsuchtsräume zum Inhalt haben, bilden den Kern der Ausstellung, wobei diese exemplarisch für Landschaften stehen, die auch ganz woanders sein könnten. Die Schau stellt grundlegende Fragen zum Verhältnis von Mensch und Natur.

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Abbildungen:

  • © Iris Andraschek und Hubert Lobnig / Bildrecht, Wien, 2018
  • © Ekaterina Sevrouk
  • 01 | Ekatarina Sevrouk, Blick auf Weissenkirchen, aus der Serie „Fremd bin ich eingezogen“, 2018

  • 02 | Iris Andraschek und Hubert Lobnig, Wohin verschwinden die Grenzen (Installation in Winter), 2009

  • Fragen zum
    Verhältnis
    von Mensch
    und Natur

Heinz
Cibulka

bin ich schon ein bild?

bis 29. 09. 2019

Heinz Cibulka sucht in seinen „Bildgedichten“ nach der Kraft des „Nichtbesonderen“, nach dem poetischen Potenzial des „Normalen“ und „Zufälligen“ und findet dies immer wieder in seiner unmittelbaren Umgebung, der ländlichen Kultur Niederösterreichs – seine Wahlheimat seit rund fünf Jahrzehnten. Ab Mitte der 1970er-Jahre entstanden zahlreiche Bildgedichte, ehe er sich ab Mitte der 1990er auf digitale Bildcollagen konzentrierte. Der Künstler spürt den Menschen und ihrem Leben nach, der Kultur und Tradition, den ländlichen Berufen und religiösen Riten. Die persönliche Spurensuche ist immer auch eine Reflexion über das Leben an sich, über das Werden und Vergehen, über Liebe und Sexualität, Geburt und Tod. Zentral in der Ausstellung ist Geschichtes Gedicht. Die digitale Bildcollage aus dem Jahr 2000 gibt, getragen von Texten von Hanno Millesi, einen visuellen Einblick in die österreichischer Kultur- und Geistesgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie wird in einer neuen Form und mit Augmented-Reality-Erweiterung präsentiert, umgesetzt von dem Medienkünstler Bobby Rajesh Maholtra, der so zum Mitautor des Werkes wird.

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Abbildungen:

  • Bildrecht, Wien, 2019
  • Landessammlungen Niederösterreich  © Bildrecht, Wien / Vienna 2019
  • Privatbesitz © Bildrecht, Wien, 2019
  • 01 | Heinz Cibulka, aus der Serie "Rax", 2018/2019

  • 02 | Heinz Cibulka, aus der Serie Nachbarsgarten, 1995/2019

  • 03 | Heinz Cibulka, aus der Serie Krems, 1995/2019

  • Die persönliche
    Spurensuche
    ist immer auch
    eine Reflexion
    über das Leben
    an sich

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